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“Vorlage? Welche Vorlage?” – Die Bücherdiebin und ihr halbherziger Film

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Zum Glück hatten wir genug Essen und anständige Kleidung, sonst wäre der zweite Weltkrieg echt anstrengend gewesen.

“Zum Glück hatten wir genug Essen und anständige Kleidung, sonst wäre der Zweite Weltkrieg echt anstrengend gewesen.”

Ja, ich gebe es zu. Ich war skeptisch von Anfang an. Die erste, etwa fünf Minuten anhaltende, Freude über die Nachricht, dass man eines meiner absolut liebsten Bücher verfilmen würde, wurde bald ersetzt durch die Erkenntnis, dass es schier unmöglich ist, die Bücherdiebin auf die Leinwand zu bringen.

Als die ersten Poster und Bilder vom Dreh auftauchten, fühlte ich mich bestätigt. Liesel war ein Mädchen mit rundem Gesicht, einem netten Kleid und perfekt gewickelten Locken. Im Zweiten Weltkrieg. Schon klar. Der Trailer mutete dann an wie “einer dieser Filme”, und das war einfach nicht genug. Die Bücherdiebin kann nicht nur “irgendein Film” sein, der muss groß werden, dafür muss man in die Trickkiste greifen und sich was trauen, um auch nur annähernd an die Wirkung des Buches ranzukommen.

Ich bin mit niedrigen Erwartungen ins Kino gegangen. Und wurde dennoch enttäuscht.

 

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“Where is the love?” – Kleiner Hobbit, die Zweite

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Wer auch immer das hier ist, Martin Freeman sicherlich nichtNoch lange bevor ich „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ im Kino gesehen habe, musste ich mich schon über das erste Problem aufregen: Die Plakate. Derer gibt es einige verschiedene, darauf zu sehen jeweils ein anderer Held des Films. Allerdings sind die Schauspieler kaum wiederzuerkennen. Da hat jemand solange mit Photoshop rumgespielt, bis auch jede noch so kleine Falte aus den Gesichtern verschwunden ist und die Haut wie Plastik wirkt. Tatsächlich sieht das ganze eher wie mit Filzstiften gemalt aus, und weniger wie Fotografien echter Menschen.

Gestern allerdings habe ich den Film endlich im Kino gesehen und wurde, zumindest was die Plakate angeht, überrascht: Nicht die sind nämlich das Problem, sondern der Film selbst. Denn auch auf der Leinwand sehen alle super glattgebügelt aus, besonders Orlando Bloom, der einen jüngeren Legolas spielen soll, obwohl er selbst mittlerweile mehr als zehn Jahre älter ist. Die Lösung war anscheinend eine digitale Generalüberholung, ähnlich bei Martin Freeman und Richard Armitage. Einzig Ian McKellen als Gandalf darf seine Falten behalten, aber der ist ja auch alt und weise.

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‘Murica, Fuck Yeah! – Von den Oscars 2013

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'MURICA! Man kann von den Oscars halten, was man mag. Wenn eine Jury, bestehend aus überwiegend weißen, katholischen, heterosexuellen Männern Filme auszeichnet, dann sind die Überraschungen eher rar gestreut. Ab und an aber passiert doch etwas Außergewöhnliches in der Nacht der goldenen Statuen, und sei es nur, weil jemand völlig betrunken seine Rede hält, bis er irgendwann unter Applausstürmen von der Bühne getragen wird.

Ich sehe gerne Filme. Ich rede auch gerne über Filme, gute wie schlechte. Ich kann auch mittlerweile kaum mehr einen Film ansehen, ohne darüber nachzudenken: Wie ist der gemacht? Was haben sich die Macher gedacht? Wie steht die Kamera, wie arbeitet der Schnitt? Teilweise ist diese Sorgfalt ein wenig überflüssig bei den Filmen, die dieses Jahr, aber auch in all den Jahren zuvor, nominiert waren. Denn schon wenn man sich die Liste der Nominierungen ansieht, fällt einem das große Überthema auf, dass auch die Golden Globes und die Emmys dominiert hat: ‘MURICA!

Ja, die Amerikaner feiern sich dieses Jahr selbst, also mehr noch als sonst. Das fängt natürlich an mit dem großen Favoriten Lincoln, in dem Präsident Abraham Lincolns Kampf gegen die Skalverei dargestellt wird,und geht weiter mit Zero Dark Thirty, einem Film über die quasi gestern erst stattgefundene Tötung von Staatsfeind Nummer 1 Osama bin Laden. Auch in Argo flattern als letzte Einstellung noch mal schön die Stars and Stripes durchs Bild. Und auch wenn man es kaum glaubt, aber selbst Les Miserable, ein Musical über die Französische Revolution, kommt sehr amerikanisch daher, nicht zuletzt, weil keiner der US-Schauspieler den Namen Jean Valjean richtig auszusprechen mag, während im Hintergrund gigantische CGI-Schiffe rumschippern und Russel Crowe sich die Seele aus dem Hals schreit, um zu überdecken, dass er eigentlich keine Stimme zum Singen hat.

Aber damit liegen die Oscars im Trend. Schon bei den Emmys und den Golden Globes sah man, dass Serien wie Homeland und Game Change- The Sarah-Palin-Effectgerade gut ankommen. Immerhin haben wir aber auch eine ganze Menge anderer toller Filme in den “wichtigen” und “unwichtigen” Kategorien der Oscars, und neben Life of Pi Django Unchained taucht bei bester Film mit Amour sogar mal ein ausländischer, genauer gesagt österreichischer Film auf.

Natürlich finden sich auf dieser Liste auch Filme wieder, deren Nominierung ich nicht nachvollziehen kann. Silver Linings Playbook zum Beispiel, eine romantische Komödie um einen manisch-depressiven Sportlehrer, der nach einem längeren Aufenthalt in der Psychiatrie versucht, sein Leben draußen wieder in den Griff zu kriegen, hat einen richtiggehend Hype ausgelöst. Alle Welt liebt diesen Film, aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen. Für mich ist es kaum mehr als eine dieser ewigen Rom-Coms mit kitschiger Abschlusszene, wo einer dem anderen hinterher rennt und seine Liebe gesteht. Auch hier gibt es außerdem einen dieser unsäglichen Tanzwettbewerbe, und zuletzt sind alle glücklich und zufrieden, und dass beide Protagonisten eigentlich psychisch krank sind scheint vollkommen vergessen, weil Liebe heilt ja alles. Nun, Geschmäcker sind ja zum Glück verschiedenen, aber wenn der Film keinen der acht Oscars, für die er nomniert ist, bekommt, bin ich sicher die letzte, die weint.

Anders ist es da bei einem meiner Favoriten. Beasts of the Southern Wildist vielleicht kein Film für jederman, immerhin explodiert hier ziemlich wenig und auf halbnackte Frauen wartet man auch vergebens. Stattdessen ist er größtenteils sehr still und emotional. In einem fiktiven Slum namens “The Bathtub” lebt das Mädchen Hushpuppy mit ihren Vater, der schwer krank ist. Als die Pole schmelzen und der Meeresspiegel steigt, wird nicht nur der Slum unter Wasser gesetzt, aus dem Eis brechen auch noch Urzeitkreaturen aus, die nun haltlos alles zerstören, was ihnen in den Weg kommt. Wirklich hervorragend geschriebene Voice-Over und tolle Aufnahmen machen diesen Film und seine Geschichte zu etwas Besonderem. Ob man nun einer 9-Jährigen einen Oscar geben will, sei zur Diskussion gestellt, aber den Platz in der Liste zu Bester Film hat er eindeutig verdient.

So viel also zu meinen kleinen Highlights und Tiefpunkten der diesjährigen Oscar-Liste. Aber das ist natürlich nicht alles, was ich zu sagen habe. Ich habe mich vor einigen Tagen mit den Kollegen von Screenplaycast zusammen gesetzt und gemeinsam sind wir die Nominierungslisten durchgegangen. Rausgekommen sind fast drei Stunden voller Meinungen, Hintergrund-Infos und kleineren Streitereien. Wer einmal reinhören möchte, wie wir uns beim Thema Skyfall in die Haare kriegen und uns über Amoursehr schnell sehr einig sind, dem empfehle ich den folgenden Podcast in zwei Teilen.

Oscars 2013 – Teil 1

Oscars 2013 – Teil 2

Zuletzt wünsche ich allen, die die lange Oscar-Nacht ebenso wie ich und einige Freunde zum Happening machen, eine unterhaltsame Show. Ich schmeiß schon mal die Popcornmaschine an, schwinge die zugegebenermaßen sehr kleine Amerikaflagge und freue mich auf den einen oder anderen Ausrutscher – und vielleicht, wenn wir Glück haben, eine paar Überraschungen.

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“This is Candyland, Nigga!” – Tarantino und das Zuckersüße

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Gewohnt stylish: Tarantino's Neuer50 vermummte Gestalten reiten zu Dies Irae aus Verdis Requiem den Hügel hinab. Es ist Nacht, sie recken ihre Fackeln in die Höhe, die Pferde sind dunkle Bestien unter ihnen und insgesamt hat man den Eindruck, der jüngste Tag sei gekommen. Man fürchtet sich, denn das sind böse Menschen.

Cut, nächste Szene. Etwa zehn Minuten zuvor: 50 vermummte Gestalten sitzen hinter einem Hügel auf ihren Pferden und beschweren sich darüber, dass sie durch die verdammten Stoffmasken, die sie tragen, überhaupt nichts sehen können. Einer fragt, ob jemand eine Ersatzmaske dabei hat, seine hätte er grade aus Versehen kaputt gemacht, ein anderer geht beleidigt nach Hause, immerhin habe seine Frau an den Masken stundenlang gearbeitet und das wäre nun wirklich nicht die richtige Art, ihr dafür zu danken. „Ok, wir machen das so. Dieses Mal reiten wir noch ohne Masken, und das nächste Mal machen wir es dann richtig.“ Am Ende wird doch mit Maske geritten, und irgendwie wird hier wohl gerade der Ku-Klux-Klan geboren. Dass sie dabei allerdings direkt in die Luft gesprengt werden, konnte wirklich keiner von ihnen kommen sehen.

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Der Soundtrack zum Weltuntergang – Get Well Soon live in Bremen

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Konstantin Gropper hört auf singen, lässt das Mikrofon los und setzt die Nadel auf die Schallplatte zu seiner Linken. Wir hören einen Samplemix aus Disneymelodien, der anschwillt, der uns so sehr einnimmt, dass wir gar nicht merken, das Gropper wieder eingesetzt hat. Langsam und mit einer gewissen Schwere fließt der Song Disney dann weiter, im Hintergrund, unter dem Takt, verstecken sich Trompeten und ein französisch-melancholisches Akkordeon. Wir fühlen uns wie Erwachsene im Themenpark, um uns herum Zuckerwatte und knallbunte Figuren. Wir fühlen uns auch auf Distanz, als sähen wir einen Film, von dem wir dachten, wir wären längst aus ihm heraus gewachsen.

Get Well Soon, von und mit Sänger und Gitarrist Konstantin Gropper, machen große musikalische Themen auf, nicht nur, wenn es im neusten Album The Scarlet Beast O’Seven Heads um Weltuntergang geht, sondern auch klanglich. Und dass die Band auch live keine halben Sachen macht, durfte das Publikum gestern in Bremen bewundern.

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Ein Hobbit in Hollywood

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Kaum ein Film der letzten Jahre wurde derartig gespannt erwartet wie The Hobbit von Regisseur Peter Jackson, und jetzt endlich hat er es also auf die Leinwände der Welt geschafft. Ich habe mir das Spektakel in Originalfassung und 3D angesehen – und bin noch immer nicht sicher, wie ich es jetzt fand. Während links und rechts von mir meine Begleiter aufgeregt hibbelten und sich beinahe an ihren Lobeshymnen verschluckten, nahm ich nachdenklich meine Brille von der Nase und atmete langsam aus.

Nun. Was halte ich denn jetzt von diesem Film? Ein Erklärungsversuch.

 

 

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Oh November, where art thou?

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Wenn mich meine Enkel irgendwann mal fragen: „Erinnerst du dich noch an diesen einen November im Jahre 2012?“, dann werde ich ganz schnell versuchen, die Kleinen mit Schokolade abzulenken. Denn tatsächlich kann ich mich an kaum etwas aus dem letzten Monat erinnern.

Wie kommt es, dass ein gesamter Monat so an mir vorbeigegangen ist? Nun. Lasst mich ein wenig ausholen.

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“Bringing Q back” oder wieso ‘James Bond: Skyfall’ einfach alles richtig gemacht hat

Categories: British, Film, Tags: , , , , ,

Der Abspann, dann gehen die Lichter im Kino an. Ich kann mich einige Sekunden lang nicht bewegen, ich glaube, mein Mund steht offen. Dann klatsche ich. Oh mein Gott, denke ich. Oh mein Gott.

Auf dem Heimweg schreien wir uns gegenseitig an, zählen die Dinge auf, die dieser Film richtig gemacht hat: Also alle. Ich frage mich, wie ich später eine ordentliche Rezension schreiben soll, ohne Worte wie HOLY SH*T, WOWOWOW und ALTER zu benutzen. Ich will ja wenigstens ein bisschen professionell sein…

Hier also mein Versuch, etwas mehr als eine Stunde nach dem Genuss (!) dieses Meisterwerks, zusammen zu fassen, was Skyfall zu vermutlich dem besten Film des Jahres, auf jeden Fall aber den besten Bond aller Zeiten gemacht hat. Spoilerfrei, wie ich hoffe, zumindest aber mit der dringenden Empfehlung, das nächste Kino aufzusuchen und 7 Euro in einen großartigen, wenn nicht gar perfekten Film zu investieren.

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A Study in Quotes: Fight Club

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Manchmal liest man Bücher, die sind gut. Manche sind sehr gut. Manche sind genial. Das hat verschiedenen Gründe, die Story, die Charaktere, der Stil. Und manchmal markiert man sich Sätze, weil sie so wunderbar sind.

Meine üblichen Favoriten haben irgendwas zwischen einer Handvoll und einem Dutzend genialer Sätze, die ich rausschreiben und über mein Bett hängen möchte (was ich tatsächlich in den meisten Fällen auch tue).

Jetzt habe ich endlich Chuck Palahniuks “Fight Club” gelesen. Wenn ich die genialen Sätze rausschreiben wollte, müsste ich das Buch abtippen. Noch nie las ich ein Buch, in dem jeder Satz in sich so perfekt war. Es gibt hier keine Füllsätze. Nur einen Kracher nach dem nächsten.

Weil ich weiß, dass die erste Regel des Fight Clubs ist, nicht über den Fight Club zu reden, wird dies ein Experiment. Ein Buch, erzählt in Zitaten, nicht in Inhaltsangaben. Spoilerfrei, hoffe ich.

Wer weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen hat, der sollte das tun. Versucht nicht, rauszufinden, worum es geht. Das nimmt höchstens die Spannung. Gesagt sei nur so viel: Es geht nicht ums Boxen (das dachte ich zuerst). Und: Mindfuck included.

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Weltuntergang 2012: Wenn ich nur 5 Bücher mitnehmen dürfte…

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Demnächst geht ja die Welt unter, wissen wir ja alle, und insgeheim drücke ich noch immer die Daumen für die Zombieapokalypse. Vielleicht stürzt aber auch einfach nur ein riesiger Asteroid auf die Erde, das wäre zwar langweilig, aber immerhin kurz und schmerzlos.

In meinem grenzenlosen Optimismus glaube ich allerdings, dass ich jedes erdenkliche Szenario überleben würde, allerdings meine gemütliche WG verlassen muss (sei es, um Richtung Meer zu wandern, um dort, mit dem Rücken zum Wasser, gegen die einfallenden Zombiescharen zu kämpfen, oder um ein Raumschiff plötzlich eintreffender, freundlicher Aliens zu betreten, die eine Handvoll Menschen rettet, um die Spezies zu bewahren).

In beiden Fällen ist die Menge an erlaubtem Handgepäck sicher noch kleiner als bei Ryan-Air, und daher beginne ich mal für mich persönlich ein kleines Experiment. Ich überlege mir in mehreren “Episoden” ein bestimmtes Gut (Bücher, Filme, Klamotten, Nahrungsmittel, was weiß ich), von dem ich nur eine begrenzte Zahl (sagen wir spontan: 5) mitnehmen darf. Es ist eine wunderbare Mischung aus “Ich packe meinen Koffer”, einer persönlichen Bestliste und Tod und Verderben. Yey!

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